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Last Round Endzeit-Mystik-Abentuer mit Anleihen aus der WOD
Setting: Endzeit-Fantasy
SL: Assassine

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Alt 30.07.2010, 13:02   #1
Assassine
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Standard [GAME] Dunkle Blicke (Damian)

~ Dunkle Blicke ~

Schwärze, die von tiefem Rot und reinem Weiß gebrochen wurde.

Die gesamte Gasse war nur in schwaches Licht getaucht, sodass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte. Der Geruch von Rauch lag in der Luft, Nebenschwaden zogen über die Pfützen, deren Lichtreflexe immerhin teilweise ein Ausweichen ermöglichten. Unzusammenhängende Gesprächsfetzen schienen von allen Seiten das eigene Ohr zu erreichen, sie ergaben ein Gemisch aus den verschiedensten Verlockungen und Drohungen. Jede Berührung streifte unfreiwillig einen fremden Körper, was keinen der Anwesenden zu stören schien. Trotz der Enge, der Dunkelheit und der angespannten Atmosphäre, suchten sich überraschend viele Menschen ihren Weg zu einer stählernen Doppeltür. Der Haupteingang des Fake.

Es war noch nicht spät, die Retro-Neonreklametafel noch nicht einmal ein paar Stunden angeschaltet und doch verfehlten die stilisierten Schriftzeichen darauf ihre Wirkung nicht. Wie die Motten ins Licht, so folgten die Nachtschwärmer der Stadt ihrem Ruf. Das Vorankommen wurde ihnen jedoch von einem Wagen erschwert, der direkt vor der Tür des Untergrundclubs geparkt worden war. Ein 1967er Chevrolet Camaro SS, den zumindest Damian schon einmal gesehen hatte und dem die meisten Besucher des Clubs aufmerksam auswichen. Vielleicht nicht zuletzt aus dem Grund, weil ein trainierter Kerl an seiner Motorhaube lehnte und grimmig die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Er trug weite Cargohosen und eine graue Sweatjacke, deren Kapuze er tief in sein Gesicht gezogen hatte. Es mochte nicht genau zu sagen sein warum, aber seine Gestalt besaß etwas Bedrohliches und die Menschen schienen ihn zu meiden, obwohl ein seichtes Lächeln auf seinen Lippen lag. Keine Frage, dies mochte seine Szene sein und eine seltsame Form der Ruhe umgab ihn, inmitten des Gedränges.

Damians Weg würde vermutlich ebenfalls direkt an dem Fremden und dem Wagen vorbeiführen, denn die andere Seite der Gasse war nur über Umwege zu erreichen. Sicherlich hätte man auch den anderen Weg wählen können, aber dieser setzte ein gewisses Maß an körperlicher Fitness voraus, wenn man die schon von weitem sichtbaren Drahtzäune und Hinterhofmauern bedachte. Der Zugang zum Fake schien ganz offensichtlich erschwert, vielleicht einfach weil bei der Eröffnung niemand mit einem derartigen Andrang gerechnet hatte, vielleicht aber auch um den Kreis der Stammgäste im Auge behalten zu können. Fest stand zumindest, dass das massive Gittertor die Atmosphäre tatsächlich unterstrich und scheinbar zu einem Anlaufpunkt für die Wartenden geworden war. Die beiden Türsteher, die dem gängigen Klischee entsprachen und schwarze Kleidung inklusive schussfester Kevlarwesten trugen, störten sich nicht daran. Ihre Aufmerksamkeit galt allein den Leuten, die ins Innere des Untergrundclubs wollten.

~*~

Niemand der Anwesenden schien Damian oder seine Maschine zu beachten, nur der Blick eines Mannes mochte kurz über sein Gesicht streifen, während er am Eingang der Gasse hielt. Eine ungeahnte Intensität haftete dem Blick an, sodass Damian ihn beinahe so spüren mochte, wie eine Art stummer Aufforderung oder gar eine Berührung. Es gab keinen Zweifel daran, dass Damian für eine Atemzüge in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt war, denn ein gewisses Maß an Freiraum umgab ihn und seine Maschine plötzlich. Würde er seinen Blick heben, um nach dem Ursprung des unvermittelten Interesses zu suchen, so würde er diesen bei dem Camaro und seinem augenscheinlichen Bewacher wiederfinden. Es sah ganz danach aus, als hätte er tatsächlich das Fake und damit auch eine Spur zu Candy, in einem der unübersichtlichsten Viertel der Stadt, entdeckt …

'Muertos de Miedo'.
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Alt 30.07.2010, 14:52   #2
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In für ihn doch sehr langsamem Tempo lenkte Damian sein Motorrad, eine sehr alte, von Unfall-, Rost- und Gebrauchspuren gezeichnete BMW, deren schwarzer Tank statt Emblem des Herstellers auf beiden Seiten je ein Totenschädel zierte, durch das Viertel und hielt Ausschau nach dem Fake, dessen genaue Adresse er trotz längerer Recherche auch im Web nicht hatte finden können.

Während er so fast schon durch die Straßen und kleineren Gassen cruiste, ohne jegliche Schutzkleidung oder Helm, ließ er seinen Blick immer wieder auch über die geparkten und abgestellten Autos schweifen, um unter ihnen vielleicht den schwarzen Camaro zu entdecken, der sehr alt, aber doch noch 1 Jahr jünger war als sein eigenes Motorrad und mit dem die Frau, die er vor zwei Nächten vor der Gerichtsmedizin getroffen hatte, möglicherweise auch heute unterwegs war.

Auch wenn ihre Begegnung sehr kurz gewesen war, hatte sie doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen und das nicht nur, weil die Frau so anders war als die Frauen, die er bisher getroffen hatte, sondern auch weil das Symbol, das sich auf der Streichholzschachtel befand und von dem er in ihrer Anwesenheit halluziniert hatte, etwas in ihm zum Klingen gebracht hatte, auch wenn er nicht greifen konnte, was und warum.

Und so war es ihm auch in den vergangenen zwei Tagen trotz aller Hektik im Institut nicht gelungen, sie und ihr Zusammentreffen aus dem Kopf zu bannen. Selbst der Versuch, seinen kreisenden Gedanken ein Ende zu bereiten, indem er das Streichholzpäckchen einfach in den Papierkorb befördert hatte, war nur darin gegipfelt, dass er es jedes Mal früher oder später wieder herausgefischt hatte.

Lediglich in der gestrigen Nacht hatte er keinen Gedanken für sie übrig gehabt, war es ihm nicht gut gegangen und hatte er geraume Zeit über der Kloschüssel gehangen und sein Innerstes ausgekotzt, bis da nur noch das Bedürfnis gewesen war, ins Bett zu gehen und nichts mehr zu hören oder zu sehen.

Doch als sich im Laufe des Vormittags eine deutliche Besserung einstellte, war sein Entschluss gereift, seinem Impuls nachzugeben und den Club zu besuchen, üble Geschichten hin oder her und so hatte er sich nach spätem Nachhausekommen kurz geduscht und frisch eingekleidet, um gleich darauf seine im Vorraum der Wohnung abgestellte BMW nach oben zu schieben und loszufahren.

Als er nun an einer weiteren der unzähligen kleinen Gassen des Viertels hielt und sein suchender Blick die Neonreklame erfasste, auf der er zweifellos sofort die stilisierten Schriftzeichen erkannte, huschte ein Lächeln über sein Gesicht, das noch breiter wurde, als er kurz darauf den davor geparkten Camaro entdeckte.

Auch wenn er es bei seinen nächtlichen Streifzügen durch die diversen Untergrundclubs bislang immer vorgezogen hatte, sein Motorrad etwas abseits zu parken, obgleich dessen derangiertes Äußeres bislang nie das Interesse anderer geweckt hatte, bewog ihn heute ganz offenbar etwas, es anders zu machen, denn er dirigierte seine Maschine an den Leuten vorbei direkt hinter den Camaro, wo er sie sichtlich nicht von dessen offensichtlichem Bewacher abgeschreckt abstellte.

Kaum war er abgestiegen galt sein lächelnder Blick zunächst dem Camaro bevor er auf den Durchtrainierten sah und feststellte, während seine Hand kurz Tank und Totenkopf tätschelte: "Ich schätze, sie ist gut hier aufgehoben."

Gleich darauf wanderte sein etwas unsteter Blick die Gasse entlang und hin zu der stählernen Doppeltüre, während er mit leicht zusammengekniffenen Augen die Szenerie offenbar das erste Mal seit Eintreffen in der Gasse bewusst in sich aufnahm und in sich einsickern ließ.
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Alt 01.08.2010, 10:40   #3
Assassine
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Die Augen, der ihn umgebenden Menschen, waren auf Damian gerichtet.
Mit jedem Schritt in Richtung des Wagens wurden es mehr Blicke, die verstohlen seine Gestalt streiften und dann zu … dem Anderen huschten. Vielleicht mochte er sie gespürt haben, vielleicht aber auch nicht. Erst nachdem der Fremde seinen Blick hob und die Kapuze zurück schob, die zuvor seine markanten Gesichtszüge bedeckt hatte, mochte das Gefühl beobachtet zu werden nachlassen. Ruhig verfolgte der Mann, wie Damian seine Maschine abstellte und das Wort indirekt an ihn richtete. Kein Wort verließ dabei seine Lippen, während er Damian völlig ungeniert musterte und schließlich auf dessen Worte reagierte. „Ich wünsche Ihnen auch einen guten Abend, Mister.

Der Klang seiner Stimme war rau, mit einem ironischen Unterton versehen und insgesamt dennoch so männlich, wie das gesamte Erscheinungsbild des Muskelpakets. Das Lächeln fand sich noch immer auf seinem unrasierten Gesicht, aber es erreichte seine Augen nicht, in denen ein Sturm zu toben schien. „Fünf Minuten sollten ausreichen, um mir zu erklären, weshalb ich auf deinen Schrotthaufen aufpassen und dir nicht stattdessen einfach die Nase für deine Dreistigkeit brechen sollte, … mein Freund.“ Sein Kopf kippte zur Seite, so als würde er Damian erneut abschätzen wollen.

Die Besucher des Clubs widmeten sich derweil wieder ihren Angelegenheiten, strömten auf die metallene Tür zu oder unterhielten sich. Es sah jedoch ganz danach aus, als wäre es in der Gasse insgesamt ein wenig ruhiger geworden und eine seltsame Art der Ordnung inmitten des Chaos zu erkennen. Nur die wenigsten Menschen gingen tatsächlich direkt durch die Tür des Fake, ohne vorher mit dem Sicherheitspersonal gesprochen oder der undurchsichtigen Szenerie einen weiteren Blick gewürdigt zu haben.
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Alt 01.08.2010, 11:37   #4
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Als der Durchtrainierte ihn ansprach, wandte Damian seinen Blick erst nach kurzer Verzögerung von der Szenerie in der Gasse ab und als er den Mann mit leicht zusammengekniffenen Augen ansah, wirkte es fast so, als würde er sich vergewissern, dass es tatsächlich der Aufpasser war, der zu ihm sprach und er sich das nicht einfach einbildete.

Doch dann holte er mit geöffnetem Mund kurz Luft, hob die Brauen, während er den Atem anhielt und ließ die Luft mit einem leichten Kopfschütteln schließlich wieder entweichen bevor er mit einer gewissen Zurückhaltung in der Stimme erwiderte: "Ich habe nicht gesagt, Sie sollen drauf aufpassen. Es ist nur so, dass die Leute ..."

Er sah zu den potentiellen Besuchern des Fake, während er weitersprach: "... den Eindruck machen, als würden sie es nicht wagen, Hand an meine Maschine zu legen, solange sie hier steht. Außerdem ..."

Und nun stahl sich wieder ein kleines Lächeln auf Damians Lippen als er für einige Momente den Camaro betrachtete bevor er zum Muskelbepackten sagte: "... glaube ich nicht, dass es Candy gefallen würde, wenn Sie mir die Nase brechen."
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Alt 01.08.2010, 19:03   #5
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Die Lippen des Fremden verzogen sich.
Weiße und gerade Zähne kamen zum Vorschein, als sich schließlich ein düsteres Grinsen auf seinem Antlitz zeigte. Seine grauen Augen glitten erneut über den Körper Damians, dieses Mal mit dem Hauch einer Herausforderung, ehe er den Kopf ein Stück zur Seite fallen ließ und antwortete. „Du glaubst also tatsächlich zu wissen, was unserer kleinen Candy gefällt?“ Er lachte, ein leises und kaum hörbares Lachen, welches sicher schon einigen Menschen einen Schauer über den Rücken gejagt hatte.

Und du meinst also, dass ich großen Ärger mit der Kleinen kriegen werde, wenn ich dir ein paar Manieren oder die Regeln hier beibringe?“ Er streckte sich, allerdings nicht um seinen Körper weiter in Szene zu setzen, denn dies mochte schlichtweg nicht mehr von Nöten sein, sondern offensichtlich einfach nur zur Entspannung. Wer wusste schon, wie lange er bereits an dem Wagen gestanden oder gewartet hatte? Seine Augen flogen kurz über die Szene, verharrten einen Sekundenbruchteil auf dem Gesicht von einem der beiden Türsteher, der seinerseits den Wagen fokussierte und augenblicklich mit einem knappen Nicken reagierte. Wie es schien, würde der Fremde seine gesamte Aufmerksamkeit wohl vorerst Damian schenken, auf welchen er anschließend einen Schritt zuging.

Er positionierte sich direkt vor diesem, sodass man erkennen konnte, dass er ein gutes Stück größer als Damian war und sich zu diesem hinab beugen musste, um seinen folgenden Worten eine beinahe verschwörerische Note zu verleihen. „Ich weiß nicht, was zwischen dir und Candy für eine Sache läuft, im Grunde interessiert mich das auch gar nicht, aber sie hat kein Wort über deinen Besuch verloren. Solltest du also ihr – oder generell in dem Club – auch nur den geringsten Ärger machen, dann wird es mir unglaublich viel Spaß machen, dir kräftig in den Arsch zu treten und mit deinem Gesicht die Straßen zu polieren. Verstanden?“ Obwohl der Fremde sein Gegenüber in keinster Weise berührt hatte und er noch immer lächelte, schwang den Worten nüchterner Ernst und auch die entsprechende Überzeugungskraft mit, seine Drohung problemlos in die Tat umsetzen zu können, sollte dies notwendig sein.
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Alt 02.08.2010, 08:42   #6
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Damian verzog das Gesicht als der Hüne sich vor ihm aufbaute und er schluckte bei dessen erneuter Drohung ohne jedoch zurückzuweichen oder seinen Blick zu senken.

"Hören Sie, ich habe nicht vor, irgendjemandem Ärger zu machen und schon garnicht Candy," stellte er mit ernster Miene und Stimme fest.

"Und sie weiß auch nicht, dass ich heute komme. Sie wusste nur, dass ich kommen werde. Also konnte sie Ihnen garnichts von meinem Besuch gesagt haben."

Für einige Augenblicke machte er den Eindruck als würde er sich gerade fragen, ob sein spontaner Entschluss, das Fake aufzusuchen, eine gute Idee war.

Im nächsten Moment wanderte sein etwas flackernder Blick hinüber zu den beiden Türstehern und kurz über die wartende Menge, während er mit einem subtilen Schritt wieder ein wenig Distanz zwischen sich und den ihn Überragenden brachte.

"Diese Regeln ..." fragte er schließlich als er ganz offenbar für sich zur Entscheidung kam, dass er schon zu weit gekommen war, um jetzt den Schwanz einzuziehen: "Was besagen die, dass ich tun muss, um dort reinzukommen ohne stundenlang anstehen zu müssen?"

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Alt 02.08.2010, 12:43   #7
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Auf dem Gesicht des Fremden zeigte sich ein Hauch des Amüsierten, als Damian zurückwich und schließlich seine Frage stellte. Allerdings wirkte der Mann noch immer nicht entspannt oder gar freundlich, zumindest wenn man die vorherrschende Nüchternheit in seinen Augen bemerkte. Er ließ ein wenig Zeit verstreichen, in welcher er sein Gegenüber aufmerksam betrachtete und dessen Worte unbeachtet im Raum stehen ließ. Vielleicht wollte er sie auf diese Weise einfach von seinen eigenen Worten abgrenzen, vielleicht wollte er sie aber auch nur auf den Menschen selbst wirken lassen.

Du wirst mir jetzt gut zuhören, denn ich wiederhole mich nicht gern, klar?“ Seine Stimme war zu einem bedrohlichen Flüstern verkommen, während sein Blick über die Szenerie wanderte und sich erneut auf das Sicherheitspersonal legte. „Meine beiden Freunde da drüben, kennen deine Visage jetzt und solltest du der Kleinen da drinnen auf den Keks gehen, dann werden sie dich augenblicklich aufspüren und zu mir bringen.“ Er grinste, was ihn einen Augenblick beinahe wie ein böses Raubtier aussehen ließ. „Du kannst dir sicher denken, was dann passieren wird, wenn du das Vertrauen – Vertrauen, das ich dir jetzt schenken werde und das dir die Tür dahinten öffnet – jemals missbrauchen wirst.

Er nickte dem Sicherheitspersonal knapp zu, ehe er Damian die Hand auf die Schulter legte und ihn in Richtung der Tür schob. Würde Damian in diesem Moment den Männern an der Tür seine Aufmerksamkeit schenken, so würde er sehen, wie einer der beiden etwas in sein Headset nuschelte und ihn kurz darauf zu sich winkte. Noch bevor er sich jedoch auf den Weg zur Tür machen würde, würde der Fremde Damian dennoch einen letzten Satz ins Ohr hauchen. „Du schuldest mir in dem Augenblick etwas, in dem du durch diese Tür gehst und das sollte dir klar sein, Kleiner.“ Wenn man darüber nachdachte, dann würden diese Worte Damians Frage endlich beantworten und die Regeln der Szene zumindest ansatzweise umreißen. Er war an diesem Ort der Fremde, der sich den Gepflogenheiten anpassen und die Regeln schlichtweg akzeptieren musste, wenn er tatsächlich bleiben wollte.
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Alt 02.08.2010, 21:51   #8
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Damian nickte und rang sich ein leises: "Alles klar" ab bevor er seinen Kopf noch einmal umwandte und zu dem Großgewachsenen aufsah, dem das Wohl der Frau, die ihn nun seit zwei Tagen beschäftigte, so offensichtlich am Herzen lag.

"Wenn Sie den Gefallen einfordern wollen," fühlte er sich möglicherweise auch durch das angesprochene Vertrauen bemüßigt zu sagen, "... finden Sie mich den Größtteil des Tages im Gerichtsmedizinischen Institut ... und auch einen Teil des Abends. Und mein Name ist Damian Bissing."

Einen Moment sah er dem Muskelbepackten noch in die Augen bevor er dem Wink des Türstehers folgte und zur Türe des Fake trat.

Dort warf er den beiden Türstehern einen kurzen Seitenblick zu, um sich gleich darauf noch einmal umzudrehen, so als wollte er sich vergewissern, dass das, was er gerade erlebt hatte, nicht einer Halluzination entsprang, sondern dass der Bewacher des Camaro tatsächlich ein Mann aus Fleisch und Blut war.
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Alt 03.08.2010, 23:16   #9
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Das Lächeln des Fremden vertiefte sich, als Damian seinen Namen und bevorzugten Aufenthaltsort nannte. Man konnte fast meinen das sein Lächeln tatsächlich versprach, dass er diese Daten nicht einmal benötigte und er seine Schuldner schon finden würde, wenn es ihm danach verlangte. Mit einem Schulterzucken wandte er sich anschließend wieder dem Wagen zu, auf dessen Motorhaube er lässig Platz nahm, um sich wieder ganz den Geschehnisse vor dem Club zu widmen. Vielleicht würde Damian noch aus dem Augenwinkel sehen können, wie sich ein durchaus hübsches Mädchen aus der Masse löste und zaghaft versuchte das Gespräch mit ihm aufzunehmen. Erfolglos.

~*~

Mit jedem Schritt, den Damian sich dem Eingang näherte, mochte die Musik schließlich lauter werden und unweigerlich ein Gefühl der Anspannung hervorrufen. Eine Nu-Metal-Band beanspruchte offensichtlich in dieser Nacht die Bühne für sich, deren Talent oder schlichtweg Bühnentauglichkeit nicht in Frage gestellt werden konnte. Die Menge feierte sie frenetisch, was er schon auf den ersten Blick erkennen konnte, nachdem er die beiden Türsteher passiert hatte. Ohne ihm auch nur irgendeine Reaktion zu schenken, hatten die Männer in militärischem Gleichklang einen Schritt zur Seite getan und ihm so den Weg bereitet. Direkt vor Damian tat sich somit die Dunkelheit auf, deren Versprechungen den meisten Menschen verwehrt blieben und die nur von einem psychedelischem Lichtspiel gebrochen wurde.

Bereits nahe des Eingangs würde der Neuankömmling vom schwere Geruch der Zigaretten, des Alkohols, Schweiß' und billigem Deodorants eingehüllt werden. Der Rauch mochte in seinen Augen brennen, ebenso wie der Schweiß, der sich auf seiner Haut sammelte und der vermutlich indirekt den beinahe höllischen Temperaturen nahe der Tanzfläche zuzuschreiben sein würde. Auch wenn man sich im vorherrschenden Gedränge zu verlieren drohte, so zog es doch auch in dieser Nacht etliche Leute auf die kleine Fläche vor der Bühne. Der Hauptraum, ein einfaches Quadrat mit Türen an jeder Seite, schien längst überfüllt und doch drängten sich immer wieder Menschen an Damian vorbei. Ihre Schritte waren zielstrebig, führten sie in sämtliche Richtungen und doch zumeist direkt zur Bühne oder der überfüllten Bar an der rechten Seite. Das Klirren leerer Bierflaschen mochte Damians Gehör erreichen, würde er sich im Halbdunkel weiter vor wagen und seinen Weg fortsetzen.

Der Boden klebte dabei unter seinen Füßen, Bierflaschen standen überall herum, weitere Türsteher wanderten energisch durch die Masse und würden Damian achtlos beiseite schieben, sollte er ihren Weg kreuzen. Die eher unauffälligen Kellnerinnen kämpften derweil mit unzähligen Bestellungen, sodass sie nicht mal einen simplen Blick für das fremde Gesicht in der Masse übrig zu haben schienen. Der Alkohol floss in Strömen, was die Masse nur weiter anheizen mochte. Außerhalb der Tanzfläche, konnte man tatsächlich kaum seine Hand vor Augen erkennen, denn das flackernde Licht vermochte die rundum verteilten Sitzgelegenheiten nicht zu erreichen. Ein eigenartiger Charme, der von Intimität und Zurückgezogenheit sprach, mochte von diesen Orten ausgehen.

Generell mochten sich nur die wenigsten Augen auf Damian richten, was aber sicherlich kaum verwunderlich sein mochte. Auf widersprüchliche Weise, beschlich ihn dennoch das Gefühl das Ziel von mindestens einem Blick zu sein. Es war allein dieser Gedanke, der sich mit jedem Atemzug seinen weiteren Weg suchte und mit der Tatsache anwuchs, das er die entsprechende Person inmitten des herrschenden Chaos kaum ausfindig machen konnte. Er war nicht mehr allein, auf die eine oder andere Art und Weise …
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Geändert von Assassine (03.08.2010 um 23:21 Uhr)
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Alt 04.08.2010, 08:28   #10
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Nur kurz war die Anspannung von Damian gewichen als er ohne gebrochene Nase und ohne anstehen zu müssen eingelassen wurde.

Doch im nächsten Augenblick kehrte sie verstärkt zurück als die geballte Ladung an Sinneseindrücken auf ihn niederprasselte.

Ob der Hitze mit offenem Mund atmend und mit der Hand den sich schnell auf seiner Stirn sammelnden Schweiß wegwischend verschaffte er sich zunächst einen Überblick über die Räumlichkeiten des Fake und seine Besucher, wobei weder die laute Musik, noch die psychedelische Beleuchtung offenkundig dazu angetan waren, in ihm Freudentaumel auszulösen, schloss er zunächst die Augen bevor er sie sogar zusätzlich noch mit der Hand abschirmte.

Nur vorsichtig äugte er schließlich zwischen den Fingern hervor so als fürchte er einen epileptischen Anfall oder Schlimmeres, was durch ein plötzlich einsetzendes Zucken in seiner linken Gesichtshälfte noch eindrucksvoll unterstrichen wurde, auch wenn dieses im vorherrschenden Durcheinander kaum jemandem auffallen durfte.

Obgleich seine ganze Körperhaltung seinen Fluchtwunsch signalisierte, bewegte er sich langsam vorwärts, so gut dass bei dem Gedränge überhaupt möglich war, während sein verhaltener Blick über die Massen schweifte, vorrangig auf der Suche nach Candy, auch wenn er wohl nicht davon ausging, dass sie sich vor der Bühne oder an der überfüllten Bar befand, sondern eher in den dunklen ruhigeren Bereichen des Clubs, die für ihn jedoch nicht einsehbar waren.

Den Einflussbereich des psychedelischen Lichts nach Möglichkeit meidend oder das Lichtspiel zumindest mit der Hand abschirmend, sah er sich bei seiner Vorwärtsbewegung durch den heißen und stickigen Raum daher auch recht schnell nach einer Bedienung um, die er entweder auf sich aufmerksam machen konnte oder auf die er zusteuern würde, um ihr zunächst seinen Getränkewunsch, eine Orangensaftschorle, der Lautstärke zum Trotz direkt an ihr Ohr zu übermitteln und im gleichen Atemzug - noch bevor sie wieder zu anderen Clubbesuchern entfleuchen konnte - die Frage hinterherzuschieben: "Können Sie mir sagen, wo ich Candy finde?"
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